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Reifenrechner: Reifengrössen, Abrollumfang und Felgen vergleichen

Der Abrollumfang ergibt sich aus π × (Zoll × 25,4 + 2 × Breite × Querschnitt / 100). Ein 205/65 R16C misst so rund 2.114 mm Umfang bei 672,9 mm Durchmesser; der Wechsel auf 215/65 R16C bringt 1,93 % mehr und lässt den Tacho bei angezeigten 100 km/h tatsächlich 101,9 km/h fahren. Als Praxis-Toleranz gelten +1,5 % bis −2 %, die ASA-Richtlinie 2a erlaubt mit Eignungserklärung bis ±8 %.

Reifen- und Felgenrechner

Abrollumfang, Tachoabweichung und Einpresstiefe. Ergebnisse aktualisieren sich bei jeder Eingabe.

Rechner
Reifen A (Serie / Typenschein)

Bezeichnung: —

Reifen B (neue Grösse)

Bezeichnung: —

KennwertReifen AReifen B
Flankenhöhe——
Aussendurchmesser——
Abrollumfang——
Umdrehungen pro km——
— Abweichung Durchmesser
— Differenz Durchmesser
— Bodenfreiheit

—

Tachoabweichung mit Reifen B

Der Tacho ist auf Reifen A abgestimmt. Zeigt er den linken Wert an, fahren Sie mit Reifen B tatsächlich den rechten.

Tacho zeigtTatsächlichDifferenz
A B
Aussendurchmesser und Felge im gleichen Massstab

Rechnerische Werte nach ETRTO-Nennmassen. Der reale Abrollumfang eines Reifens weicht je nach Hersteller, Profiltiefe, Luftdruck und Beladung um bis zu 1 bis 2 % ab. Ob eine Grösse zulässig ist, entscheidet der Typenschein bzw. das kantonale Strassenverkehrsamt, nicht dieser Rechner.

Wie der Reifenrechner rechnet

Eine Reifenbezeichnung wie 215/65 R16C enthält drei Masse: die Breite in Millimetern (215), den Querschnitt als Prozent der Breite (65) und den Felgendurchmesser in Zoll (16). Der Buchstabe C markiert einen verstärkten Nutzfahrzeugreifen. Aus diesen Angaben lassen sich alle Kennwerte nach den Nennmassen der ETRTO (European Tyre and Rim Technical Organisation) herleiten:

  • Flankenhöhe = Breite × Querschnitt / 100
  • Aussendurchmesser = Zoll × 25,4 + 2 × Flankenhöhe
  • Abrollumfang = π × Aussendurchmesser
  • Umdrehungen pro km = 1.000.000 / Abrollumfang in mm
  • Tachoabweichung: tatsächliche Geschwindigkeit = angezeigte Geschwindigkeit × Umfang neu / Umfang alt
  • Bodenfreiheit: ändert sich um die halbe Durchmesserdifferenz

Im zweiten Reiter gilt für die Radposition: Verschiebung = (Felgenbreite neu − Felgenbreite alt) × 25,4 / 2 ± (ET alt − ET neu). Das Pluszeichen beschreibt die Aussenkante des Rads, das Minuszeichen die Innenkante Richtung Federbein. Eine kleinere Einpresstiefe schiebt das Rad nach aussen, eine grössere nach innen.

Durchgerechnetes Beispiel: 205/65 R16C auf 215/65 R16C

Ein Transporter der 3,5-t-Klasse steht im Fahrzeugausweis mit 205/65 R16C. Angeboten wird ein Satz Winterreifen in 215/65 R16C. Reifen A: Flanke 205 × 0,65 = 133,25 mm, Durchmesser 16 × 25,4 + 2 × 133,25 = 672,9 mm, Umfang π × 672,9 = 2.114 mm, also 473,0 Umdrehungen pro Kilometer.

Reifen B: Flanke 215 × 0,65 = 139,75 mm, Durchmesser 685,9 mm, Umfang 2.155 mm, 464,1 Umdrehungen pro Kilometer. Die Differenz beträgt 13,0 mm im Durchmesser oder 1,93 %. Der Tacho, abgestimmt auf Reifen A, zeigt mit Reifen B zu wenig an: bei angezeigten 80 km/h fährt das Fahrzeug 81,5 km/h, bei 120 km/h sind es 122,3 km/h. Die Bodenfreiheit steigt um 6,5 mm.

Das Ergebnis liegt knapp über der Praxis-Toleranz von +1,5 %. Ob die Grösse trotzdem gefahren werden darf, hängt davon ab, ob sie im Typenschein oder in einer Herstellerfreigabe steht. Für viele Transporter ist 215/65 R16C als Alternativgrösse eingetragen; fehlt der Eintrag, bleibt die Anfrage beim Strassenverkehrsamt.

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Typische Werte für Transporter- und PW-Grössen

Rechnerische Nennwerte nach ETRTO. Reale Reifen weichen je nach Hersteller und Profil um einige Millimeter ab.

GrösseDurchmesserAbrollumfangUmdr./kmTypischer Einsatz
195/70 R15C 654,0 mm 2.055 mm 486,7 Kleintransporter
215/70 R15C 682,0 mm 2.143 mm 466,7 Kleintransporter
205/65 R16C 672,9 mm 2.114 mm 473,0 Transporter 3,5 t
215/65 R16C 685,9 mm 2.155 mm 464,1 Transporter 3,5 t
225/65 R16C 698,9 mm 2.196 mm 455,4 Transporter 3,5 t
235/65 R16C 711,9 mm 2.236 mm 447,1 Kastenwagen, Pritsche
225/75 R16C 743,9 mm 2.337 mm 427,9 Wohnmobil, 4x4-Transporter
195/65 R15 634,5 mm 1.993 mm 501,7 Kompaktklasse (PW)
205/55 R16 631,9 mm 1.985 mm 503,7 Mittelklasse (PW)
235/60 R18 739,2 mm 2.322 mm 430,6 SUV (PW)

Was bei Nutzfahrzeugen zusätzlich zählt

C-Reifen und Tragfähigkeitsindex

Der Reifenrechner vergleicht Abmessungen, nicht die Belastbarkeit. Bei Transportern ist die zweite Zahl hinter der Grösse entscheidend: der Tragfähigkeitsindex, etwa „109/107 R“ bei einem 215/65 R16C. Die erste Zahl gilt für Einzelbereifung, die zweite für Zwillingsbereifung, der Buchstabe für die Geschwindigkeitskategorie. Der Index im Fahrzeugausweis darf nicht unterschritten werden, auch wenn der Durchmesser exakt passt. Ein PW-Reifen in 215/65 R16 ohne C trägt pro Rad deutlich weniger und ist auf einem 3,5-Tonner nicht zulässig.

Winterreifen: Praxis in der Schweiz

Eine gesetzliche Winterreifenpflicht kennt die Schweiz nicht. Art. 29 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) verlangt aber, dass das Fahrzeug jederzeit betriebssicher ist. Wer mit Sommerreifen auf Schnee einen Unfall verursacht, muss mit Busse, Mitverschulden und Kürzungen der Kasko- und Haftpflichtleistungen rechnen. Für Flotten heisst das: Winterreifen von Oktober bis Ostern, bei Transportern mit C-Kennung und M+S- oder Schneeflocken-Symbol. Wer Transporter mietet, sollte die Bereifung im Mietvertrag prüfen.

Typenschein und Eintragung

In der Schweiz sind die zulässigen Reifen- und Felgengrössen im Typenschein bzw. in den Fahrzeugdaten hinterlegt. Grössen, die dort oder in einer Herstellerfreigabe stehen, dürfen ohne weitere Formalität montiert werden. Alles andere braucht eine Eignungserklärung oder eine Prüfung beim kantonalen Strassenverkehrsamt nach den Richtlinien der Vereinigung der Strassenverkehrsämter (ASA). Die ASA-Richtlinie 2a nennt als Grenze ±8 % Abweichung im Abrollumfang; darüber sind Tacho, Geräusch und Abgas neu zu prüfen und der Fahrzeugausweis ist zu ergänzen. Bei Felgen mit anderer Einpresstiefe kommt der Freigang zu Kotflügel, Federbein und Bremse hinzu.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Abrollumfang eines Reifens? +

Abrollumfang = π × (Felgendurchmesser in Zoll × 25,4 + 2 × Reifenbreite × Querschnitt / 100). Für 205/65 R16C ergibt das π × (406,4 + 2 × 133,25) = rund 2.114 mm. Der reale Wert liegt wegen Reifeneinfederung meist 1 bis 2 % darunter.

Wie viel Abweichung ist in der Schweiz erlaubt? +

Als Faustregel gilt in der Praxis +1,5 % bis −2 % Abweichung des Abrollumfangs gegenüber der Originalgrösse, damit Tacho und ABS im Rahmen bleiben. Die ASA-Richtlinie 2a lässt mit einer Eignungserklärung bis ±8 % zu, darüber ist eine Nachprüfung nötig. Massgebend ist immer das kantonale Strassenverkehrsamt.

Was bedeutet das C bei 215/65 R16C? +

C steht für „Commercial“: ein verstärkter Nutzfahrzeugreifen mit höherem Tragfähigkeitsindex und höherem Betriebsdruck. Auf Transportern bis 3,5 t ist der C-Reifen in der Regel im Fahrzeugausweis vorgeschrieben. Ein PW-Reifen gleicher Grösse hat denselben Durchmesser, aber nicht die nötige Tragfähigkeit.

Sind Winterreifen in der Schweiz Pflicht? +

Nein, es gibt keine gesetzliche Winterreifenpflicht. Nach Art. 29 SVG muss das Fahrzeug aber jederzeit betriebssicher sein. Wer mit Sommerreifen auf Schnee einen Unfall verursacht, riskiert Busse, Mitverschulden und Leistungskürzungen der Versicherung. Praxis: Winterreifen von Oktober bis Ostern.

Zeigt der Tacho mit grösseren Reifen zu wenig an? +

Ja. Ein grösserer Abrollumfang bedeutet weniger Radumdrehungen pro Kilometer, der Tacho rechnet aber mit dem Serienumfang und zeigt zu wenig an. Nach UN-ECE R39 darf ein Tacho nie weniger als die tatsächliche Geschwindigkeit anzeigen, deshalb sind grössere Reifen bei der Toleranz kritischer als kleinere.

Was verändert eine andere Einpresstiefe? +

Eine kleinere ET rückt das Rad nach aussen, eine grössere nach innen, jeweils um die ET-Differenz in Millimetern. Bei einer breiteren Felge kommt zusätzlich der halbe Breitenzuwachs auf beiden Seiten dazu. Der Reiter „Felgen / Einpresstiefe“ rechnet beides zusammen.

Grenzen der Berechnung

  • Alle Werte sind Nennmasse. Der reale Abrollumfang liegt durch Einfederung unter Last meist 1 bis 2 % unter dem rechnerischen Wert; Hersteller geben ihn im Datenblatt an.
  • Profiltiefe, Luftdruck und Beladung verändern den Umfang zusätzlich. Ein abgefahrener Reifen hat gegenüber einem neuen rund 12 mm weniger Durchmesser.
  • Der Rechner prüft weder Tragfähigkeit noch Geschwindigkeitsindex noch den Freigang im Radhaus. Diese Punkte entscheiden über die Zulässigkeit.
  • Tachometer haben werkseitig eine Voreilung. Nach UN-ECE R39 darf die Anzeige bis zu 10 % plus 4 km/h über der tatsächlichen Geschwindigkeit liegen, aber nie darunter. Grössere Reifen fressen diese Reserve auf.
  • Die Toleranzangaben beschreiben die verbreitete Praxis in der Schweiz und der EU (Stand 2026). Verbindlich ist die Auskunft des Strassenverkehrsamts.

Quellen

  • ETRTO Standards Manual, Nennmasse für Reifen und Felgen (European Tyre and Rim Technical Organisation).
  • Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS, SR 741.41), Bestimmungen zu Rädern und Reifen.
  • ASA Vereinigung der Strassenverkehrsämter, Richtlinie Nr. 2a „Räder und Reifen“ (Eignungserklärung, Toleranz ±8 %).
  • Strassenverkehrsgesetz (SVG, SR 741.01), Art. 29 Betriebssicherheit; Bundesamt für Strassen ASTRA.
  • UN-ECE-Regelung Nr. 39, Anforderungen an Geschwindigkeitsmesser.

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