Flotten-Telematik: Was sie über die Ortung hinaus leistet
Telematik verbindet Ortung mit Fahrzeugdaten, Diagnose und Auswertung. Was die Systeme können und wann sich der Einsatz für den Fuhrpark lohnt.
Telematik ist das Kunstwort aus Telekommunikation und Informatik. Im Fuhrpark bedeutet es: Ein Gerät im Fahrzeug sammelt Daten und schickt sie in Echtzeit an eine zentrale Plattform. Die Ortung ist dabei nur der Anfang.
Was Telematik erfasst
- Position und Route: Standort, gefahrene Strecke, Halte und Standzeiten.
- Fahrzeugdaten: über den OBD2-Port ausgelesen — Kilometerstand, Tankfüllung, Batteriestatus, Fehlercodes.
- Fahrstil: starkes Bremsen, Beschleunigen, Leerlaufzeiten. Nützlich für Wartung und Verbrauch, arbeitsrechtlich aber heikel (siehe unten).
- Wartungsintervalle: automatische Erinnerung an Service und Prüfungen anhand der Laufleistung.
Der Nutzen für den Betrieb
Aus diesen Daten entstehen konkrete Vorteile: geringere Leerkilometer durch bessere Disposition, vorausschauende Wartung statt teurer Pannen, ein automatisches Fahrtenbuch und belastbare Kostenauswertungen pro Fahrzeug. Je grösser die Flotte, desto stärker wirkt der Hebel.
Die Grenze: Fahrstil-Auswertung
Gerade die Auswertung des Fahrstils berührt in der Schweiz das Arbeitsrecht. Eine Auswertung mit dem Ziel, das Verhalten einzelner Fahrer zu bewerten, fällt unter das Verbot der Verhaltensüberwachung nach Art. 26 ArGV 3. Zulässig bleibt die aggregierte, nicht personenbezogene Auswertung — etwa zur Senkung des Flottenverbrauchs. Details dazu im Beitrag zur Rechtslage in der Schweiz.
Einstieg ohne grosses System
Kleine Betriebe brauchen keine teure Flottenplattform. Viele der Funktionen — Ortung, Fahrtenbuch, Wartungserinnerung — stecken bereits in guten GPS-Trackern mit passender App. Das ist der einfachste Einstieg in die Telematik.